150 Jahre Standort Haus Schwärzetal

 

Die Faschingssaison neigt sich dem Ende zu. Der bekannte Forstfasching in Eberswalde feiert immer kräftig im Haus Schwärzetal. Ein Ort mit Tradition und einer aufregenden Geschichte. Mehrere Namensänderungen und Umbauten des Gebäudes erfolgten bis zum heutigen Tag.

Der Startschuss erfolgte 1864. Ein Berliner Gastwirt namens Friedrich Arnoldt eröffnete vor 150 Jahren am Standort des heutigen „Haus Schwärzetals“ das Lokal „Arnoldts Gartenetablissement“ als erstes Saalunternehmen in der Stadt. Schon drei Jahre später wurde das Lokal in „Viktoriagarten“ umbenannt. Namensgeberin war die englische Prinzessin Victoria Adelaide Mary Louise, die Ehefrau des damaligen deutschen Thronfolgers Friedrich Wilhelm von Preußen. 1885 fand in den Räumlichkeiten die Obst- und Gartenbauausstellung statt. Sieben jahre später, 1892, wurde das Lokal in „Restauration des Herrn Fritz Grundmann“ umbenannt.

Erste große Umbaumaßnahmen wurden 1906 durchgeführt. Vor allem der Saal wurde vergrößert. Das Haus bekam den Namen „Harmonie“ und sein heutiges Aussehen. Wenn man sich Postkarten von damals anschaut, kann man die neue Namensgebung sehr gut nachvollziehen. Eine reichhaltige Begrünung um das Lokal, die Sitzmöglichkeiten unter freiem Himmel sowie die damalige Promenade an der Schwärze mit dem vor dem Lokal installierten Springbrunnen verliehen dem Lokal einen harmonischen Einladungscharakter.

Ab 1948, das Lokal diente zwischenzeitlich mehrmals als Feldlazarett, begannen Sanierungsarbeiten, um dem Gebäude seinen ursprünglichen Charakter wieder zu geben. Zur Eröffnung 1950 erhielt das Haus den Namen „Volkshaus“. Die Gäste durften zu dieser Zeit ihre eigene Verpflegung mitbringen, da die Preise in den Lokalen für die Bevölkerung unerschwinglich waren. Hauptsache man befand sich in Gesellschaft. Bis zur Schließung des Hauses 1987 wurde der Name noch dreimal geändert: Klubhaus der Jugend (1957), Kreiskulturhaus (1964) und Kulturhaus Schwärzetal (1984).

Die Schließung des Hauses Ende der 80-iger Jahre war unumgänglich. Instandsetzungs-maßnahmen wurden seit fast vierzig Jahren nicht mehr durchgeführt. Eindringende Feuchtigkeit drückte das Parkett im Saal nach oben und das Dach war undicht geworden. Nach achtjähriger Schließung, die komplette Inneneinrichtung sowie die Bühnentechnik sind erneuert und modernisiert worden, konnte ab 1995 wieder gefeiert werden. Das Haus erhielt den heutigen Namen Haus Schwärzetal.

Aber während der Schließung wurde trotzdem kräftig im Haus Schwärzetal, auch wenn nur zur Faschingssaison, gefeiert. Als einzige Veranstaltung im Februar fand immer der Eberswalder Forstfasching statt. Auch während der Bauarbeiten. Dank der vom Forstfasching verwendeten Kulissen war dies möglich.

Wie auch in diesem Jahr. Der Forstfasching feierte am letzten Wochenende im Haus Schwärzetal seinen Saisonhöhepunkt. Eine Party mit Tradition an einem geschichtsträchtigen Ort, bei der man einmal dabei sein sollte.

Der „Schuppen“, wie das Haus Schwärzetal in Eberswalde liebevoll genannt wird, besteht nun schon seit 150 Jahren. Bis heute ein beliebter Veranstaltungsort in der Region. Anlässlich des Jubiläums kommt ein neuer BARNI, auf dem das Haus Schwärzetal abgebildet ist, heraus. Grundlage für dieses Motiv ist ein Fotos aus dem Jahr 1904. Der neue Taler ist ab sofort in der Stern-Apotheke (Eberswalder Str. 68 in 16227 Eberswalde) sowie in der Neuen Apotheke (Ludwig-Sandberg-Str. 4 in 16225 Eberswalde) erhältlich. (Text: 03. März 2014)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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