SPENDENBARNI 2015

BORSIG-Halle Eberswalde 1899 - 2015
Erhältlich in der Tourist-Information in Eberswalde für 11 Euro.

Museum in der Adler-Apotheke
Tourist-Information
Steinstr. 3, 16225 EberswaldeTel.: 03334 64520

 

Borsig-Halle
Die Borsig-Halle gehörte einst zum Werk Eisenspalterei, welches sich hier zu beiden Seiten der Lichterfelder Straße befand. Noch heute kommt der gewaltigen Oberlichthalle eine besondere architekturgeschichtliche Bedeutung zu, denn das stützenfreie Konstruktionsprinzip aus halbkreisförmigen Eisengitterbögen diente als Vorbild für viele Fabrik-, Bahnhofs- und Ausstellungshallen und fand unter anderem auch beim Bau des Berliner Hauptbahnhofs Anwendung.

Ursprünglich wurde die Halle zwischen 1847– 49 von August Borsig für seine Maschinenfabrik in Berlin Moabit konstruiert und dort 50 Jahre als Puddel- und Walzwerkhalle genutzt. Sie diente als Prototyp für die von Borsig in Serie gefertigten Hallen. Während der Verlegung des Borsigwerks nach Berlin-Tegel 1899 wurde die Halle abgebaut und nach Eberswalde gebracht. Zunächst wurde sie von der Eisenspalterei für die Verarbeitung von Eisenschrott genutzt. Nach 1945 diente sie zur Lagerung von Eisenblöcken, den so genannten Knüppeln, was ihr auch die Bezeichnung »Knüppelhalle« einbrachte.
Seit 1993 steht sie leer.

Die Borsig-Halle hat eine Spannweite von etwa
21 Metern, eine Länge von 55 Metern und ist rund 8,80 Meter hoch.

Eisenspalterei
Am 8. September 1698 erhielt der Hugenotte
Moise Aureillon die Erlaubnis, einen Eisenhammer und eine Drahtzieherei an der Finow zu errichten. Bis 1702 wurde das Werk fertiggestellt, dessen Bezeichnung »Eisenspalterei« sich auf die Verarbeitung des Eisens im Schneidewerk bezog. Ab 1732 pachtete das Berliner Handels- und Bankhaus Splitgerber & Daum neben dem Eberswalder Messingwerk auch die Eisenspalterei. Das Werk belieferte hauptsächlich die ebenfalls zu Splitgerber & Daum gehörenden preußischen Gewehrfabriken in Potsdam und Spandau sowie eine Stahl- und Eisenwarenfabrik in Eberswalde.

Nach mehreren Besitzerwechseln wurde die Eisenspalterei 1879 von der Firma Hoffmann & Motz übernommen. Mit den neuen Besitzern brachen nun endlich stabile Zeiten für die Eisenspalterei an, die auch mit einer erneuten Werkserweiterung einhergingen. In diese Zeit fällt auch die Errichtung der Borsig-Halle und des Neuen Hüttenwerks – einer Halle von ähnlicher Konstruktion. Durch einen Brand im Jahr 1997 wurde die hölzerne Fassade des Neuen Hüttenwerks völlig zerstört, so dass heute nur noch die Gitterkonstruktion und der zur Halle gehörende Schornstein zu finden sind.

Mit der Weltwirtschaftskrise Ende der Zwanzigerjahre geriet das Werk in Schwierigkeiten.
1931 folgte die Stilllegung. Lediglich die Hufeisenproduktion in der – heute als Stadthalle für Veranstaltungen genutzten – Hufeisenfabrik wurde noch bis 1945 aufrechterhalten.
Auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration wurde 1947/48, nach 15 Jahren Stillstand, die Produktion wieder aufgenommen und in den nächsten Jahren ausgebaut. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte verlegte man die Produktion des mittlerweile Volkseigenen Betriebs Walzwerk Finow zunehmend in das Neuwerk des ehemaligen Messingwerks. Nach der Wende wurde der Betrieb auf dem Gelände der Eisenspalterei endgültig eingestellt. Im Familiengarten Eberswalde ist es heute möglich die Geschichte der Eisenspalterei zu erleben.

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