Vor 150 Jahren Inbetriebnahme von...

... 77 Gaslaternen in Eberswalde

Gaslaternen erhellen Eberswalde – diese Nachricht verbreitete sich in der Stadt wie ein „Lauffeuer“. Endlich wurde die effektivere Gasbeleuchtung, bei der ein brennbares Gas (Stadtgas) als Energiequelle diente, eingesetzt.

Heute kaum vorstellbar, aber vor dieser bahnbrechenden industriellen Entwicklung, wurde dem Wunsch, die Dunkelheit zu vertreiben, mit dem Anzünden von Kienspänen oder Kerzen nachgegangen. Bis zur Einführung der Gaslaternen gab es auch Lampen, die mit Rüben-, Raps- oder Leinöl betrieben wurden. Diese Lichtquellen waren aber nicht sehr ergiebig: Sie lieferten zu wenig Helligkeit und sie mussten regelmäßig nachgefüllt werden. Von der ständigen Beaufsichtigung ganz abgesehen. Zu der Zeit Friedrich des Großen gab es in Neustadt-Eberswalde an einigen Straßenecken Öllaternen, die mit raffiniertem Leinöl brannten.

Mit der industriellen Verbreitung des Stadtgases, das durch Vergasung von Stein- oder Braunkohle, Holz, Torf oder Harz innerhalb einer Kokerei oder einer Gasanstalt erzeugt und durch ein Rohrleitungsnetz zu den Quellen geleitet wurde, war eine effektivere Beleuchtung vorzugsweise erst in Städten möglich. Das Licht von Gasflammen war nicht nur heller, sondern auch einfacher zu bedienen.
1807 wurde als erste Straße versuchsweise die Pall Mall in London mit Gaslaternen beleuchtet. 12 Jahre später gab es in London bereits 486 Kilometer Gasleitungen, die über 50.000 Quellen versorgten.
In Deutschland war 1825 Hannover die erste Stadt, die eine Gasanstalt mit Straßenbe-leuchtung vorweisen konnte. Ein Jahr später wurden auch in Berlin Gaslaternen in Betrieb genommen. 1828 folgten Dresden und Frankfurt, 1838 Aachen und Leipzig. 1850 verfügten bereits 25 Städte in Deutschland über Gasanstalten.

Auch in Eberswalde sollte es nicht mehr lange dauern. Beschäftigte sich doch die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung schon seit 1844 mit dieser Möglichkeit. Am 13. Mai 1863 wurde endlich bekanntgegeben: „Die hiesige Kommune beabsichtigt, am Finowkanal hierselbst und zwar auf dem an der Westseite des Gnewickowschen Grundstücks gelegenen Lande eine Gasanstalt zu bauen.“

Am 31. Oktober 1863 war es soweit: Dann ging die auf Steinkohle basierende Gasanstalt in Betrieb. Während Eberswalde zuvor von 43 „Ölfunzeln“ schwach beleuchtet wurde, erstrahlten nun durch 77 Gaslaternen Straßen und Plätze zu Abend im hellen Licht.

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