Kloster Chorin - Hoher Chor mit Dachreiter 1912

Die Prägung erfolgte per Spindelpresse!

Vom 100 jährigen „Kirchen Thürmchen“  - Die Rekonstruktion von Kirchendach und Dachreiter von 1909 bis 1912

Die imposante Klosterkirche in Chorin wurde ab 1273 errichtet. Ihr frühgotischer Baustil war wegweisend für die norddeutsche Backsteingotik und zählt heute zu den wichtigsten Baudenkmählern Brandenburgs. Nach der Auflösung der Zisterzienserabtei 1542 im Zuge der Säkularisierung verfiel die Kirche. Im 17. Jahrhundert wurden die Dachziegel entfernt. Über den Zustand des Daches berichtet ein Inventar von1662: „In dem Kirchen Thürmchen hänget noch die Glocke, so sie nicht heruntergenommen wird, dürfte Sie endlich herunterfallen und Schaden nehmen.“1 Wegen der fehlenden Dacheindeckung stürzten die Kreuzrippengewölbe des Kirchenschiffes ein. Die Hofstube wurde zur evangelischen Kapelle umgebaut. Nachdem König Friedrich I., 1704, den Bau eines neuen Daches anordnete erhielt die Klosterkirche ein flaches Sparrendach zum Schutze des Mauerwerkes.

Von 1909 bis 1912 fanden schließlich umfangreiche Sanierungsarbeiten am Dach der Klosterkirche statt. Die gotische Silhouette sollte im Zuge dieser Baumaßnahmen wieder hergestellt werden, was nicht unumstritten war, denn es veränderte das gewohnte Bild der Klosterruine.  Die Rekonstruktion des Daches diente neben den ästhetischen Ansprüchen dem nachhaltigen Schutz der Kirche vor Stürmen. Trotz einer lebhaften öffentlichen Diskussion setzten sich der Baurat Böttcher und der Schweizer Architekt Mayer durch. Die Klosterkirche erhielt den nachträglich aufgesetzten Dachreiter der heute wie selbstverständlich die gotische Silhouette der Kirche bestimmt.

Nach rund 100 Jahren werden 2012 und 2013 wieder umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an der Klosterkirche durchgeführt. Dieses Mal erfährt das gewohnte Bild der Kirche keine Veränderung.

1 blha rep 32 Nr. 2506 Inventar des Ambtes Cohrin auf Trinitatis 1625

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