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... Großschifffahrtskanlas am 17.6.1914 / Durchführung Ragöser Fließ

Als der Finowkanal Ende des 19. Jahrhunderts an seine Kapazitätsgrenzen stieß, war die preußische Regierung gezwungen, einen neuen Kanal von Berlin zur Oder zu bauen. 1906 wurde mit einem Kostenaufwand von 47 Mio. Goldmark der Kanalbau begonnen.

Die feierliche Einweihung des Kanals erfolgte am 17.06.1914 durch Kaiser Wilhelm II., der ihm den Namen „Hohenzollernkanal“ gab. Der Kanal verbindet über 100 km die Havel von Plötzensee/Spandau bis nach Hohensaaten mit der Oder und stellte damit die Verbindung nach Stettin her.

Die bekanntesten Bauwerke an diesem Kanal waren die Kanalbrücke über die Berlin-Stettiner-Eisenbahn von 1910 (2007 durch ein 250 Meter langes Tunnelbauwerk ersetzt), die vier Treppenschleusen in Niederfinow (1972 stillgelegt), die eingebauten Sicherheitstore (Wassertore) und der Ragöser Damm.

Nach der Novemberrevolution 1918 erfolgte mit der Abdankung des Kaisers die Umbenennung in „Großschifffahrtskanal Berlin – Stettin“. Eine weitere Namensänderung in „Oder-Havel-Kanal“ wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vorgenommen. Heute stellt diese Bezeichnung eine Teilstrecke der Bundeswasserstraße „Havel-Oder-Wasserstraße“ dar und bildet die Scheitelhaltung mit einer Länge von 54 km durch den Lehnitzsee bis Niederfinow.

Der Ragöser Damm wurde von 1907-1911 errichtet, um den Höhenunterschied im Tal der bei Golzow entspringenden Ragöse auszugleichen. Der bis zu 28,6 Meter hohe und 800 Meter lange Damm war damals der höchste Kanaldamm der Welt, heute gilt er noch als der höchste in Europa. Für den Damm wurden 1 Million Kubikmeter Boden aufgeschüttet.

Ungefähr in der Mitte des Dammes befindet sich der bereits 1908 fertiggestellte Durchlass für die Ragöse. Er hat eine Breite von 4,20 Meter sowie eine Höhe von 4,30 Meter. Die Länge betrug ursprünglich 156,30 Meter, damals waren sogar Kahnfahrten durch die Tunnelröhre gestattet.
Von März 1997 bis Dezember 1998 wurden zusätzliche Sicherungsmaßnahmen am Ragöser  Damm durchgeführt. Seit 1976 ist er bautechnisches Denkmal.

 

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